
Endlich habe ich es in Italien mal geschafft, eine (dh. es waren zwei) katholische Kirchen zu betreten und einer katholischen Messe beizuwohnen.
In einer wurde sie sogar von einem Kardinal gehalten, doch ich hätte während der gesamten Zeit nur schreien können. Wie kann man solch eine leere Praxis irgendwo aus der Bibel ableiten? Wird sich die katholische Kirche jemals ändern? meine Einschätzung muss leider lauten: wahrscheinlich nie...
Alles ist so prunkvoll und scheint so künstlich. Wie kann man sich sonst erklären, dass alle sich gleich bewegen, sich anderst (oder "heilig") verhalten und nachdem sie sich das letzte Mal bekreuzigt haben, erleichtert sind, wieder in ihren Alltag zurückkehren zu können?

Als ob der Gottesdienst eine Pflicht ist, mit der man sich den Himmel verdienen könnte und es deswegen über sich ergehen lassen muss. Ich hab mich am meisten über den köstlichen Weihrauchgerucht gefreut, der einen wahrscheinlich in eine künstliche Welt der Zufriedenheit versetzt.
An meine katholischen Freunde schreibe ich, dass ich nicht alle kath. Gemeinden über einen Kamm scheren will. Aber für die großen und Ton gebenden Kirchen in Rom sehe ich keine Hoffnung, dass dort Leben und Freude einziehen kann. Zu eingefahren in ihren Strukturen und es kommen ja immer noch einige Anhänger einer Volksfrömmigkeit. Doch mit dem befreienden Glauben, den wir in der Bibel begegnen, haben die Prozessionen hier

nichts mehr gemeinsam.
Sehr bezeichnend fand ich auch, zu beobachten, wie nach der Messe viele Menschen zum Mariensarg strömten und dort noch einige Gebete loswerden wollten. Der Marienkult hält diese Menschen gefangen und hält sie davon ab, ihre Sorgen bei Jesus loszuwerden ("Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid...(Jesus) Mt11,28")
Es fällt mir nicht leicht, das zu schreiben. Denn vielmehr würde ich diese Kirchen voller Leben sehen, wo Heilung passiert, Menschen sich für ein befreiendes Leben mit Jesus entscheiden...


Mit dieser besonderen Erfahrung verbrachte ich gestern den ganzen Nachmittag in einem Park über Rom, weil ich über meine letzten Wochen hier in Rom nachdenken und etwas mehr Zeit für Gebet haben wollte. War ein herrlicher Tag und ich freu mich, dass Gott meine Zukunft in seinen Händen hält. IHM will ich dienen.

Am Abend lauschte ich noch einer Predigt von Cristiano, meinem Zimmerkollegen, in einem evangelischem Gottesdienst.
Ja, da war Leben drin, weil es nicht darum ging, Gott Opfer zu bringen, sondern Gottes Opfer anzunehmen...