Donnerstag, 19. Juni 2008

Arrivederci e grazie IBEI

Die Semesterabschlussprüfung für Tabor ist geschafft und ich bin froh, dass sie jetzt vorbei ist.

Gestern war dann aber auch der letzte Tag, den ich noch im sonnigen Italien verbracht habe, heute Nachmittag um 7 Uhr fährt mein Zug nach Deutschland.

Links ist ein brandaktuelles Studentenfoto, das meine Mitschüler zeigt, die ich heute zurücklassen muss. Wir waren eine tolle Truppe....





Genial war die inoffizielle Jahresabschlussfeier gestern Abend, die meinen Abschied nicht unbedingt einfacher gestaltet. Doch ich habe es genossen, den letzten Abend bei chilliger Musik, lauwarmer Sommernacht, leckerem Snack und lustigen Beiträgen zu verbringen.

Mit einer Dankesrede verabschiedete ich mich auch offiziell von IBEI und überließ ihnen als Andenken meinen Marburger Bierkrug, den ich damals von meiner Klasse in Tabor bekommen habe.
(Symbolwert: Die wenigen Studenten von IBEI sind nicht auf der einzigen Bibelschule, sondern gehören zu einer großen Familie von Christen, die alle die Sehnsucht haben, in der Bibel mehr über Gott zu erfahren.)
Grund zum Danken hatte ich genug: Angefangen von der guten Küche, die es aber nicht geschafft hat, dass ich zunehme ;)
Nette Abende und Gespräche mit den Studenten,
Telefonanschluss, um mit Martha zu telefonieren, usw...

Es war eine Zeit, die sich gelohnt hat, in der ich dazugelernt habe und mich jetzt umso mehr freue, noch zwei Jahre Studium in Tabor vor mir liegen zu haben, die mich weiter prägen werden.
Die Distanz zu Martha war nicht immer leicht, aber im Endeffekt doch bereichernd für uns beide.
Der größte Dank geht an Gott, der immer dabei war und den ich immer besser kennen lernen darf. Ein Leben mit IHM ist der Hammer!!!

Ein letzter Jogging-Rundlauf führte mich gestern noch um die tolle Gegend IBEIs.
Es heißt jetzt Packen und die letzten Fotos ziehen...
...und morgen bin ich dann in Bayern...

Dienstag, 17. Juni 2008

Schluss mit Lernen!!!

In zwei Tagen geht mein Zug Richtung München. Und ich kann mir gar nicht richtig darüber klar werden, was das für meine italienischen Freunde, für mein bald altes Zuhause, meinen ruhigen Weinberg und die Nähe zu meiner Verlobten bedeutet...

Ich weiß, dass ich auf dem Sprung bin, muss mich aber hinter viel Literatur und Zusammenfassung klemmen, weil ich morgen um 10.30 Uhr die Tabor-SAP in Dogmatik-Prolegomena mitschreiben werde.
Bin mit vielen Gedanken schon in Deutschland, beim Verabschieden und darf mich tiefen dogmatischen Ergründungen widmen.

Ich brauch Ferien und einen klaren Kopf!

"Beten hilft" steht auf, meiner Bibel, deshalb werde ich gleich mal ein bisschen Zeit damit verbringen, gerne dürft ihr mitmachen ;)

Freitag, 13. Juni 2008

Halbes Jahr verlobt


Heute musste ich dieses Jubiläum alleine feiern. Meine Verlobte ist immer noch über 1000km weg (oder bin ich weg?), doch ich schaue trotzdem gern auf unsere Verlobungszeit zurück. Im letzten halben Jahr sind wir uns immer vertrauter geworden und haben uns sehr gut an den Gedanken gewöhnt, bald ( in einem Jahr) unter einem Dach zu wohnen. Schade, aber dann auch bereichernd war, dass wir die meiste Zeit als Verlobte getrennt waren.

Doch damit hat es bald ein Ende...


In genau einer Woche werde ich schon in Bayern sein, am Samstag gehts dann hoch nach Marburg.
Hier in Rom treff ich die letzten Vorbereitungen, genieße die letzten gemeinsamen Momente mit den Studenten und lerne auf eine SAP in Dogmatik-Prolegomena für Tabor.
Nächsten Mittwoch bin ich dran und darf mein Wissen über den umfangreichen Stoff aufs Papier bringen. Warum mussten auch soo viele Theologen ihren Senf loswerden?

Ich würde gerne noch soo viele Dinge erledigen und erleben, solang ich noch hier bin. Doch ich will jetzt alles an Gott abgegeben, denn schließlich bin ich nicht in erster Linie für mich nach Rom, sondern um von IHM gebraucht zu werden....
Mein Gefühl, nicht viel weiter gegeben zu haben, wurde von Lorenzo ( einem Studenten) in Frage gestellt, der mir erzählte, dass er sehr viel von mir gelernt hat. Gott handelt durch einen, auch wenn man selber wenig von mitbekommt......

Dienstag, 10. Juni 2008

Das Beste zum Schluss

Langsam kommen grüßen mich schon Gedanken, die mir klar machen wollen, dass meine Zeit in Italien schon fast vorbei ist. Und sie haben Recht, denn es sind nur noch 9 volle Tage.

Doch anstatt den vielen Möglichkeiten nachzutrauern, was ich noch alles hätte machen können und wen ich noch alles besuchen hätte können, will ich dankbar sein.
Denn es war einfach nur ein hammergeiles halbe Jahr in der "Familie IBEI", wo ich die Studenten ins Herz geschlossen haben und sie mich auch. (vielleicht hat sich das auch geändert nachdem ich gestern für Holland gejubelt habe , dem italienischen Stolz darf man halt auch keinen freien Lauf lassen...;) )

Hier hatte ich sehr gutes Essen, meistens schönes Wetter und der Unterricht hat auch dazu beigetragen, Gott besser zu verstehen und mich an meiner Beziehung zu ihm zu freuen.

Diese Wochenende habe ich mir eine volle Dosis Rom gegeben, weil ein Egmond, ein Freund aus Königsbrunner Zeit zu Besuch ist. Soviel wie in den letzten zwei Tagen habe ich noch nicht in Rom gesehen. Wir besuchten die Katakomben, wo die ersten Christen begraben wurden, klapperten Pantheon und Fontana di Trevi ab, und bestaunten eine große Autoausstellung im Olympiastadion.
Jetzt, wo ich doch bald Rom verlasse, kenne ich sie wie meine eigene Hosentasche. Das hilft mir dann wohl für spätere Besuche*g*. Hab wohl zu lange gewartet, die Stadt zu meiner zu machen...

Ich bin froh über die vergangenen Monate in Italien und auch darüber, dass die große Distanz zu meiner Verlobten in Kürze verschwindet.

Ein herzliches Danke, Jesus, für diese herrliche Zeit, die Bewahrung und alle Freunde, die ich kennen lernen durfte.
Es war nicht immer einfach in der neuen Umgebung, aber es hat sich gelohnt...

Donnerstag, 5. Juni 2008

Das vergangene Wochenende in Marburg

Ryanair machts möglich, dass ich billig nach Frankfurt Hahn fliegen kann. Die Preise können einen nur verwundern, wenn man genauso viel zahlt, um vom Flughafen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Marburg zu kommen.

Ich war wieder bei meiner Verlobten und habe dort eine traumhafte Zeit verbracht.
Obwohl ich Martha in zwei Wochen wiedersehen werde, hat dieser Zwischenstopp unserer Beziehung sehr gut getan.
Unsere Gespräche waren sofort so, als würden wir uns täglich sehen und wieder mal durften wir feststellen, dass unsere Beziehung in dieser langen Zeit gewachsen ist.

Das Gegenteil von Wachsen passierte mit meinen Haaren. "Zusammen" mit Martha habe ich entschieden, meiner extravaganten Frisur einen Schnitt durch die Haare zu machen. Damit ist die Ära der langen Haaren vorerst vorbei und ich fühle mich wohl dabei. (hat ja auch Vorteile: weniger Pflege,usw..)

In den vier Tagen wurde kein Buch fürs Studium angefasst, dafür wurde die Zeit in schöne Unternehmungen mit Martha investiert. Darunter Schwimmen, Radtour, Relaxen, Bibellesen, Einkaufen,...
(für eine detailierte Wochenendbeschreibung lohnt sich ein Besuch auf Marthas Blog: www.marthaoeli.blogspot.com )

Ein Besuch in Tabor durfte auch nicht fehlen, dort bin ich noch bekannt und ich freue mich, dort bald wieder anfangen zu können. Dann kann ich endlich wieder teil meiner Klasse sein und sie mit meinen Auslandserfahrungen bereichern und mit ihnen lernen und staunen, wie groß unser Gott ist.

Außerdem bekam ich vom Studienleiter mitgeteilt, dass ich in den nächsten zwei Wochen für eine Prüfung in Dogmatik-Prolegomena lernen darf. Ich bin praktisch zurückgekehrt, um in der italienischen Sonne lernen zu können, italienischen Unterricht werde ich nur noch heute besuchen

Sonnige Grüße aus Rom

Euer Andi


PS: Hab ich denn schon erwähnt, dass ihr besser keine Post nach Italien schickt, außer die Risikobereiten. Denn mittlerweile gehen mir schon 3 Briefe ab, die nie mein idyllisches Landhaus in Italien erreicht haben...

Donnerstag, 29. Mai 2008

News vom anderen Andi ;)

Ganz ruhig!! Ich will euch keinen Schock zufügen...

Denn die erste und gravierende Neuigkeit merkt man gleich, wenn man sich die neuen Bilder anschaut...(Entscheidungen sind gemein: Man kann sie oft nicht mehr rückgängig machen...)
Man kann sich an alles gewöhnen, auch an einen Andi mit relativ kürzeren Haaren...


die zweite ist, dass hier in Rom der Sommer ausgebrochen ist: Man kann so wenig anziehen wie man will und schwitzt trotzdem was das Zeug hält. Aber dafür ist man ja auch in Italien...


Endlich kann ich meinen Blog wieder mit einer Serie von Rombildern bestücken, was ja leider nicht so oft vor kommt. Die Gelegenheit dazu hat mir eine 13- köpfige amerikanische BibleCollegeGruppe geboten, die vor einer Woche in IBEI gelandet sind und sich einen ordentlichen LernUrlaub gönnen wollten. Gleich am Samstag habe ich sie als Touriführer durch Rom gelotst, auch wenn ich nicht soo viel erklären kann, konnte ich mit meinen Verkehrskenntnissen aushelfen. Während die Amis in den Vatikanischen Museen waren, ließ ich es mir auf dem Petersplatz gut gehen, las für das Studium und beobachtete das bunte Treiben. Besonders hat mir der Gruß aus meiner Heimat gefallen, als auf einmal ca. 20 Musikkapellen aus Bayern die Straße entlang marschiert sind;) .




















Sonst läuft der Alltag sehr normal ab, bis Montag habe ich mich durch viele Bücher über Mission und Ökumene gewälzt, genieße momentan die Sonne und den Homiletikkurs. Der Lehrer hat sich seit 5 Wochen nicht mehr geändert, aber Fares, der IBEI-Präsident kann einem auch viel von seinem Wissen abgeben.


Gestern war dann wieder ein Ausflugtag, diesmal ging es nach OstiaAntica, das mich ziemlich begeistert hat. Normalerweise bin ich ja nicht so für alle Steine zu begeistern, aber dort zeichneten sich noch richtige Strukturen, Häuser und unterirdische Gänge ab Die ganze Anlage hat mich sofort in das alte Rom zurückversetzt.
Toll war auch, dass man von niemanden daran gehindert wurde, die alten Bauwerke zu besteigen, was für ein Spielplatz..... *g*


Was mich sonst noch beschäftigt, drei Wochen vor Abfahrt drängt sich vorerst stark im Hintergrund. Meine Gedanken sind schon fast alle bei meinem Besuch morgen in Marburg, um die Distanz zu meiner Verlobten auf Null zu setzen.
Ab und zu kommt mir mal ein Gedanke unter, dass es ja schade ist, bald wieder aus dem sonnigen Land zu verschwinden. Doch auch hier hab ich gleich einen Trost bereit: Dann bin ich wenigstens wieder näher bei Martha. Auf Dauer kann so eine Fernbeziehung nicht gut gehen und ist auch nicht wünschenswert.

Bis ich mich am WE oder danach hier wieder verewige...

Dienstag, 20. Mai 2008

Wie feiern denn die Katholiken so??


Endlich habe ich es in Italien mal geschafft, eine (dh. es waren zwei) katholische Kirchen zu betreten und einer katholischen Messe beizuwohnen.
In einer wurde sie sogar von einem Kardinal gehalten, doch ich hätte während der gesamten Zeit nur schreien können. Wie kann man solch eine leere Praxis irgendwo aus der Bibel ableiten? Wird sich die katholische Kirche jemals ändern? meine Einschätzung muss leider lauten: wahrscheinlich nie...
Alles ist so prunkvoll und scheint so künstlich. Wie kann man sich sonst erklären, dass alle sich gleich bewegen, sich anderst (oder "heilig") verhalten und nachdem sie sich das letzte Mal bekreuzigt haben, erleichtert sind, wieder in ihren Alltag zurückkehren zu können? Als ob der Gottesdienst eine Pflicht ist, mit der man sich den Himmel verdienen könnte und es deswegen über sich ergehen lassen muss. Ich hab mich am meisten über den köstlichen Weihrauchgerucht gefreut, der einen wahrscheinlich in eine künstliche Welt der Zufriedenheit versetzt.

An meine katholischen Freunde schreibe ich, dass ich nicht alle kath. Gemeinden über einen Kamm scheren will. Aber für die großen und Ton gebenden Kirchen in Rom sehe ich keine Hoffnung, dass dort Leben und Freude einziehen kann. Zu eingefahren in ihren Strukturen und es kommen ja immer noch einige Anhänger einer Volksfrömmigkeit. Doch mit dem befreienden Glauben, den wir in der Bibel begegnen, haben die Prozessionen hier nichts mehr gemeinsam.
Sehr bezeichnend fand ich auch, zu beobachten, wie nach der Messe viele Menschen zum Mariensarg strömten und dort noch einige Gebete loswerden wollten. Der Marienkult hält diese Menschen gefangen und hält sie davon ab, ihre Sorgen bei Jesus loszuwerden ("Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid...(Jesus) Mt11,28")
Es fällt mir nicht leicht, das zu schreiben. Denn vielmehr würde ich diese Kirchen voller Leben sehen, wo Heilung passiert, Menschen sich für ein befreiendes Leben mit Jesus entscheiden...


Mit dieser besonderen Erfahrung verbrachte ich gestern den ganzen Nachmittag in einem Park über Rom, weil ich über meine letzten Wochen hier in Rom nachdenken und etwas mehr Zeit für Gebet haben wollte. War ein herrlicher Tag und ich freu mich, dass Gott meine Zukunft in seinen Händen hält. IHM will ich dienen.

Am Abend lauschte ich noch einer Predigt von Cristiano, meinem Zimmerkollegen, in einem evangelischem Gottesdienst.
Ja, da war Leben drin, weil es nicht darum ging, Gott Opfer zu bringen, sondern Gottes Opfer anzunehmen...